IRM Summer Symposium 2017 – Work of a humanitarian aid worker

“Work of a humanitarian aid worker in areas of crisis and conflict” war das Thema des ersten Vortrags des IRM network Summer Symposiums 2017. Dafür besuchte uns Andrew Cameron, der beim internationalen Roten Kreuz in Krisengebieten auf der ganzen Welt arbeitet. Für einen bestimmten Zeitraum wird er für einen Einsatz zugeteilt. Anhand von Fotos von seinen Einsätzen vermittelte er uns seine persönlichen Eindrücke und Erfahrungen aus der internationalen Entwicklungsarbeit.

Mit einer ruhigen und bedachten Tonlage, die er den ganzen Vortrag über beibehielt, erzählte er uns von seinem ersten Einsatz.
6 Monate arbeitete er in Kenia in einem Krankenhaus des Roten Kreuzes und behandelte unter anderem viele Menschen, die Verletzungen durch Minen erlitten hatten. Dabei sparte er bei seinem Vortrag die grausamen Verletzungen der Menschen nicht aus, sondern zeigte uns auch davon Bilder. Dies ermöglichte ein umfassendes Bild von der Lage vor Ort zu bekommen, auch von den weniger schönen Szenen.

Mr. Cameron’s nächster Einsatz ging in den Sudan, der darauffolgende nach Afghanistan. Hier zeigte er uns neben Bildern aus seinem Arbeitsalltag im Krankenhaus auch wunderschön idyllische Landschaftsbilder mit Blumenwiesen und weitläufigen Berglandschaften. „Beautiful! Other pictures than you see on CNN“, sagte er dazu. Er beschreibt Afghanistan als ein eigentlich gut organisiertes Land, das einfach nur zu viele Jahre des Konfliktes erleben musste.
Die Einsätze danach waren im Jemen, im Irak und danach in Georgien. Hier gehörte es auch zu seinen Aufgaben, „Kliniken“ (ca. 100qm kleine Häuschen) auf dem Land zu besuchen und zu prüfen, ob Sanierungsarbeiten an den Gebäuden getätigt werden müssen.

Als Mr. Cameron während der Zeit des Ausbruches des Ebola- Virus‘ gefragt wurde, ob er in seinem nächsten Einsatz nach Sierra Leone gehen würde, lautete seine Antwort „Why not?“. So wurde er in ein provisorisches, innerhalb von wenigen Wochen aus Zelten aufgebautes Krankenhaus geschickt. Er erhielt die Verantwortung für die Beerdigung der Toten. Die Hälfte der Menschen in dem Lager überlebte. Sie bekamen ein Zertifikat, das ihre Gesundheit bestätigte und durften das Lager verlassen.

Letztes Jahr arbeitete Cameron im Südsudan in einem Krankenhaus in Kodok. Neben der ärztlichen Versorgung gab er auch Lektionen für junge Rebellen, um sie in die „rules of law“ einzuführen. Es sei aber wichtig, bei den Einsätzen stets unparteiisch zu bleiben und immer beide Seiten zu sehen, so Cameron. Man müsse in seiner Einstellung neutral bleiben, um das Vertrauen der unterschiedlichen Gruppierungen zu haben und so auch die eigene Sicherheit zu wahren. Wichtig für das Internationale Rote Kreuz sei es auch, neben der ersten, kurzfristen Versorgung auch nachhaltige Hilfe zur Verfügung zu stellen.

Für uns Studierende im internationalen Bereich war dieser Vortrag sehr bereichernd, um jenseits von theoretischen Modellen zur Entwicklungshilfe einen Einblick in den Alltag und die Realität von humanitärer Hilfe in Krisengebieten zu erhalten.


Autorin: Magdalena Mack, zum Vortrag „Work of a humanitarian aid worker in areas of crisis and conflict“ von Andrew Cameron im Rahmen des IRM network Summer Symposiums 2017 am 10.06.2017

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