Water is Light – Ingenieure ohne Grenzen

Am Mittwoch, den 14.12.2016, versammelten sich einige interessierte Studierende und Gäste, um die spannenden Erzählungen des Maschinenbau-Studierenden Sven Ladewig und der Spanischdozentin Marina Fernández über ihre Auslandserfahrungen im Rahmen des Vortrags Water is Light – Ingenieure ohne Grenzen nicht zu verpassen!

Zu Beginn des Vortrages stellte Sven die gemeinnützige Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen kurz vor: Die Organisation besteht aus ca. 30 regionalen Gruppen, in denen 1000 ehrenamtliche Mitglieder tätig sind. Finanziert werden die Projekte durch Mitgliederbeiträge und Spendenzuwendungen. Ziel von Ingenieure ohne Grenzen ist es, die Lebensbedingungen notleidender und benachteiligter Menschen langfristig zu verbessern (z. B. Grundversorgung von Haushalten oder Schulen mit Strom).

Im Anschluss berichtete Sven von den Erfahrungen während eines Auslandsprojektes mit der Organisation IOG in Kamerun. Ziel des Auslandseinsatzes war es, ein einfaches, kostengünstiges System zur Erzeugung von Elektrizität zu entwickeln, das von lokalen Technikern mit vor Ort verfügbaren Materialien installierbar war. Die neun deutschen Helfer bauten für die Einheimischen zu diesem Zweck eine Turbine mit 250 Watt, die eine Grundversorgung von 2-6 Wohnhäusern ermöglicht. Die Herstellung der Turbine und der Einbau in den Fluss wurde den Einheimischen erklärt und gezeigt, sodass sie diese selbst zahlreich nachbauen können.

Während des Aufenthalts hatten die Helfer allerdings mit einigen „Marotten“ der Kameruner zu kämpfen. So war das minutenlange Händchen halten mit Kollegen, Unpünktlichkeit oder die ungewohnten Verhaltensweisen der Lehrer für alle zunächst befremdlich. Auch die fehlende Arbeitssicherheit machten den Helfern zu schaffen. Durch gemeinsame Gespräche und Akzeptanz der Andersartigkeit konnten größere Probleme dennoch vermieden werden. Sven betonte hierbei die Notwendigkeit der Vorbereitung auf kulturelle Unterschiede.

 

Nachfolgend berichtete Maria Fernández von ihren Erfahrungen während ihrer 4½-monatigen Vorerkundungsreise in Kolumbien. Im Rahmen der IOG stellten sie und ihr Ehemann (Maschinenbauer) die Idee der Turbine für die Erzeugung von Elektrizität bei einem Kongress vor, welche sehr viel Zuspruch erhielt und großes Interesse bei den Einheimischen weckte.

Die beiden erkundeten eine Schule, in der die Turbinen gefertigt werden sollten. Sie stellte sich jedoch als ungeeignet heraus, so suchten sie nach einer Alternative für die Herstellung der Turbinen. Die Besichtigung eines kleinen Dorfes mit 60 Holzhütten und 90 Familien, in dem es keine Stromversorgung gibt, machte deutlich, dass dort dringend Hilfe benötigt wird.

Sie reisten weiter in den südlichen Teil des Landes, wo sie mit Leitern einer Berufsschule mit geeigneter Werkstatt Abmachungen über eine weitere Zusammenarbeit sprachen. Maria Fernández erläuterte, dass es in Kolumbien „nun losgehen kann“ und versucht wird, im nächsten Jahr eine Erkundungsreise zu machen.

Auch sie betonte, wie wichtig es sei, dass man sich auf Land und Leute und vor allem auf deren Gepflogenheiten und die vorherrschenden Bedingungen einstellt und sich im Vorwege damit ausreichend auseinandersetzt. Außerdem sei es wichtig, den Einheimischen genau zuzuhören und sich anzupassen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die beiden Vortragenden die Zuhörer mit vielen spannenden Geschichten verblüfft und zugleich für die Organisation Ingenieure ohne Grenzen begeistert haben. Die Menschen in diesen Ländern benötigen Hilfe und Sven Ladewig und Maria Fernández tragen durch ihren Einsatz zur Verbesserung der Lebensumstände dieser Menschen bei.

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Artikel zum Vortrag Ingenieure ohne Grenzen – Water is Light vom 14.12.2016

Autorin: Marina Oswald

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