Von Afrika bis Afghanistan

Zu Beginn der 90er Jahre war Stefan Grünbaum Franke, Förster und hatte Fernweh. Für ungefähr 2 Jahre ins Ausland zu gehen, das war der Plan. Dass daraus letztendlich 15 Jahre Arbeiten und Leben im Ausland wurden, damit hatte er nicht gerechnet.

Obwohl Stefan Grünbaum am Anfang eigentlich nicht so richtig Lust auf das frankophone Afrika hatte, wurde er von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) trotzdem dorthin geschickt. Sein erster Einsatz als Entwicklungshelfer führte Grünbaum nach Ruanda, wo er für ein Jahr als Gemeindeförster für den Aufbau eines Gemeindeforstdienstes eingesetzt wurde. Anschließend ging es weiter nach Guinea. Dort arbeitete er für 3 Jahre als Berater in der Forstverwaltung, bevor es für ihn wieder zurück nach Deutschland ging. Ein paar Jahre später sollte es wieder zurück nach Guinea gehen und auch dieses Mal war Grünbaum für die Entwicklung eines Gemeindewaldes verantwortlich. Da das Projekt nach einiger Zeit plötzlich beendet werden musste, da die betroffenen Waldgebiete unerwartet von der Regierung an ausländische Investoren verkauft wurden, orientierte sich Stefan Grünbaum um und engagierte sich ab diesem Zeitpunkt in der Not- und Flüchtlingshilfe in dem damalig größten Flüchtlingslager weltweit. Während seinem 2. Aufenthalt in Guinea von 2001 bis 2010, war Stefan Grünbaum in der Gemeindewaldentwicklung, Ernährungssicherung und Konfliktbearbeitung tätig und arbeitete dafür teilweise auch im Senegal. Ölpalmen, Getreidebanken, Infrastruktur, Brunnen und Bewässerung waren wichtige Themen in dieser Zeit. 2010 ging aber auch dieses Projekt zu Ende und für Grünbaum gab es erstmal keinen weiteren Auslandseinsatz für die GIZ. „Da müsstest du schon nach Afghanistan gehen“ wurde ihm gesagt. Was im ersten Moment nicht in Frage kam, wurde ein paar Monate später zur Realität. „Warum eigentlich nicht?“, fragte sich Grünbaum und so ging es für ihn 2010 für 3 Jahre als Teamleiter nach Afghanistan. Zu den Aufgaben für sein Team und ihn gehörten Stabilisierung und Wiederaufbau, Infrastruktur, Landwirtschaft und Schaffung anderer einkommensschaffenden Maßnahmen. Als Teamleitung war vor allem auch Verantwortung und Sicherheit ein wichtiges Thema. Anschlagswarnungen, Evakuierungen und zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen waren Teil des Alltags. Trotz der permanenten Anspannung kam aber auch die gute Laune nicht zu kurz. Nach der Rückkehr nach Deutschland ging es für Grünbaum wieder für ein paar Jahre als Förster zurück in den Wald. Seit 2018 ist er Teil des GIZ-Programms „Migration für Entwicklung“ und unterstützt dabei Menschen bei ihrer Rückkehr in ihr Heimatland.

Beitrag von Sophie Heitzer, Team Public Relations

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