Strategie-Wochenende des Vorstandes 

Ein Rückblick

Weit weg von der Zivilisation und aller möglichen Ablenkung – dorthin wollten wir uns Anfang Oktober verkriechen. In luftigen Höhen wollten wir kreativ sein und nachdenken, Ideen entwerfen und verwerfen, neue Konzepte ausdenken und ausarbeiten. Ganz so fern von der Zivilisation war es dann doch nicht und verkrochen haben wir uns auch nicht, mit viel Mühe sind wir allerdings den Berg hochgekrochen.  

Anfang Oktober hatten wir als Vorstand einen besonderen Ausflug geplant: Zwei Tage lang haben wir in den österreichischen Bergen auf einer Hütte verbracht und uns über die Strategie des Vereins Gedanken gemacht. Unser Ziel war es, den aktuellen Stand der Dinge zu analysieren und zu bewerten, sowie einen Plan zu entwickeln, wo wir als Verein hinwollen, was liegt uns am Herzen und woran wollen wir arbeiten. Zur Analyse sollte auch eine umfassende Selbstreflexion gehören. Was sind unsere Stärken? Wo haben wir noch Verbesserungsbedarf? Wer sind unsere Partner? Welche Beziehungen müssen wir pflegen, welche ausbauen? Für all’ diese Fragen haben wir uns zwei Tage Zeit genommen und intensiv zusammen gearbeitet. 

Erste Startschwierigkeiten gab es bereits vor der Abfahrt in Regensburg. Während der Planung war immer von einem „Hüttenwochenende“ die Rede gewesen, jedoch stand von Beginn an fest, dass der Ausflug von Donnerstag bis Samstag stattfinden sollte. Nun, die Reservierung musste kurzfristig nochmal geändert werden. Offensichtlich hatte jemand das Protokoll der vorangegangenen Vorstandssitzungen nicht aufmerksam gelesen. 

Kurz vor Reisebeginn mussten dann Detailfragen geklärt werden: Was nehmen wir mit? Braucht man Wanderschuhe? Wird es kalt? Wie, wir fahren ins Ausland? Brauchen wir eine Plakette? Wie lange müssen wir wohl den Berg hinauf wandern? Die weniger berggewöhnten unter uns hatten da schon einige Bedenken. Bei anderen trafen diese vermeintlich unsinnigen Überlegungen nur auf Kopfschütteln.

Letztendlich hatten es aber doch alle geschafft, einen mehr oder minder tragbaren Rucksack zu packen und sich in ein adäquates Wanderoutfit zu werfen. Und so machten wir uns auf den Weg gen Süden. Nach drei Stunden Autofahrt und einigen begeistern Oh und Ah-Rufen zur Schönheit der Berge (und vielen sehr schlechten Musikbeiträgen), erreichten wir den Parkplatz am Fuß des Berges. Schnürsenkel wurden festgeschnürt, Rucksäcke aufgebuckelt und los gings. Leider in die falsche Richtung! Nach 45 Minuten und den ersten Erschöpfungsanzeichen mussten wir feststellen, dass wir uns für die falsche Route entschieden hatten. Ein Einwand wurde geäußert, dass da am Schild auch 3,5 Stunden gestanden hätte. Nun, wir hatten ursprünglich den 1,5 Stunden Pfad wählen wollen. Die erste Teamgeistprobe und Kompromissbereitschaft wurde getestet, als die Diskussion begann: weitergehen oder den Berg wieder runter und den richtigen Aufstieg gehen? Wir beschlossen, den Berg wieder runter zu wackeln. Im Nachhinein nicht die schlechteste Entscheidung. Nun begann er also wirklich, der Aufstieg zur Hütte. Allerdings nur noch mit halben Energiereserven, da wir ja bereits einen halben Berg bestiegen hatten. Wehmütig blickten wir hinauf zu dem Punkt, an dem wir schon gewesen waren. Der Aufstieg gestaltete sich zur bis dahin größten Herausforderung.  Das unterschiedliche Fitnessniveau in der Gruppe ließ sich nicht leugnen – oder war es doch nur das fortgeschrittene Alter, dass manch eine langsamer laufen ließ? Bestimmt. Das mit dem sparsam packen wird der ein oder andere wahrscheinlich auch nochmal üben müssen. 

Ob man es glauben mag oder nicht, am Ende erreichten alle die Hütte, natürlich nicht ohne einige bissige Kommentare über den Reiseleiter und dessen Routenauswahl. Wir wurden belohnt mit Kaiserschmarren, Schnitzel und Speckknödeln. Am frühen Abend diskutierten wir in einem ersten Workshop unsere Ziele für das Wochenende und priorisierten, sortierten und selektierten unsere Vorschläge. 

Eines möchte ich an dieser Stelle schon einmal anmerken: Das Strategie-„Wochenende“ war sehr viel erfolgreicher und produktiver als diese netten Anekdoten am Rande vermuten lassen. Gern würde ich das Wochenende weiter in all’ seiner Detailfülle beschreiben, da es doch noch eine Reihe von amüsanten Schmankerln zu berichten gibt, wie Niklas’ kulturelle Adaption im Süden Deutschlands, die sich in inbrünstigen bayerischen Begrüßungen gegenüber anderen Wanderern äußerte. Oder die hitzigen Diskussionen darüber, wer beim abendlichen Spielen, wie getrickst hatte. Aber ich glaube, ich komme nun besser zu den inhaltlichen Thematiken unseres Strategie-Wochenendes. Eines nur noch, die größten Erkenntnisse und Herausforderungen bezüglich Teamgeist, Zusammenhalt, Vertrauen und Kompromissfindung erlebten wir tatsächlich an den Abenden bei Spielen wie Wizard, Ligretto und Werwolf. Diese Hütte hatte wahrscheinlich selten eine so kuriose Truppe gesehen, die sich tagsüber businesslike mit Laptop und Karteikarten gab, (und dabei auch kaum fehl am Platz wirkte) und abends entweder vor Lachen oder vor lauter Diskussionen nicht zur Ruhe kam.

Doch nun ran an den Speck. Gleich zu Beginn haben wir uns mit der Frage beschäftigt, ob wir eine Satzungsänderung wollen, bzw. benötigen. Dabei kamen wir zu dem Ergebnis, das wir die Rahmenbedingungen der Vorstandswahl gern anpassen möchten. Künftig sollen Kandidat*innen für den Vorstand bis zu einem bestimmten Zeitpunkt vor der Wahl feststehen. Damit einher geht auch die von uns angestrebte Möglichkeit der Briefwahl, bzw. Onlineoption zur Stimmabgabe. Dies ist natürlich nur möglich, wenn vorher alle Kandidat*innen bekannt sind. Diese Satzungsänderung bedarf jedoch noch einiger Detailfragenklärung und wird voraussichtlich erst zur Mitgliederversammlung im März 2020 zur Abstimmung gestellt werden, und kann damit frühestens zur Vorstandswahl 2021 in Kraft treten. 
Des Weiteren haben wir uns nach dem ernüchternden Ergebnis der Offenen Runden im Oktober Gedanken über ein neues Konzept gemacht. Wie können wir die neuen Erstsemesterstudierenden besser an den Verein heranführen? 

Sehr intensiv und detailliert haben wir zum lange gewünschten Intranet gearbeitet und uns in diesem Zusammenhang auch mit Verbesserungsvorschlägen für die Website auseinandergesetzt. Die ersten Ideenumsetzungen laufen bereits schon. 

In einem weiteren Arbeitsblock haben wir unsere aktuellen Partner- und Geschäftsbeziehungen analysiert und uns überlegt, wie wir neue, nachhaltige Kooperationen angehen und aufbauen können. Bei einer Stakeholder-Analyse konnten wir auf Gelerntes aus Corporate Governance zurückgreifen und Tools wie das Power-Interest-Grid anwenden. Besonders ausgiebig haben wir uns mit unseren Key Players beschäftigt und mit der Frage, wie wir diese dauerhaft zufrieden stellen können. 

Ein Punkt, der uns sehr am Herzen lag, war die Vision und Mission des network. Wir sind überzeugt, dass Bindung vor allen Dingen über Emotionen und positive Erfahrungen entsteht. Von daher haben wir uns überlegt, wie wir dies am besten erreichen und gleichzeitig visualisieren können. Aktuell arbeiten wir noch an Entwürfen und Ideen, hoffen jedoch, euch schon bald mehr dazu berichten zu können. An diese Brainstorm-Session schloss sich folgendes Thema an: die Außendarstellung des Vereins. Wir haben uns dazu entschieden, unser Merchandise auszubauen und unsere Sichtbarkeit zu verbessern. Der Designwettbewerb für ein IRM network T-Shirt ist bereits in den Startlöchern. Geplant sind außerdem ein vielfältig einsetzbares Banner, sowie Visitenkarten und Refill-Cups. 

Ein besonderer Fokus lag während dieser zwei Tage natürlich auch auf unseren Alumni, die mittlerweile einen beachtlichen Teil unseres Vereins ausmachen. Hier haben wir erneut darüber nachgedacht, wie wir die IRM-Absolvent*innen am besten in das aktive Vereinsleben integrieren können. Dazu gilt es Augen und Ohren offen zu halten, wir arbeiten dran! 

Spannend war auch das Thema Partnerschaften – Partnerschaft und Kooperation mit dem Studiengang, der Fachschaft, aber auch anderen Vereinen wie dem FEB. Gemeinsame Veranstaltungen wie der kürzlich stattgefundene Stammtisch zusammen mit den FEBler*innen soll es auch in Zukunft geben. Grüblerisch und reflektiert haben wir uns gezeigt, als es darum ging unsere derzeitigen Events auf Effizienz zu prüfen. Was muss, was kann? Welche neuen Ideen gibt es und lassen sie sich auch umsetzen? Welche Events könnten einen neuen Anstrich gebrauchen? Zu einem endgültigen Ergebnis sind wir dabei noch nicht gekommen. 

Zu guter Letzt wagten wir einen Ausblick: Wo sehen wir den Verein in 5 Jahren? Welche Ziele würden wir bis dahin gern erfüllt sehen? Dazu haben wir zwei quantitative und zwei qualitative Ziele festgelegt: Der Kontostand des IRM Network e.V. sollte bei jeder Vorstandsübergabe mindestens bei 3000€ liegen. Außerdem sollten 60% eines jeden neuen IRM-Jahrgangs als Mitglieder akquiriert werden. Zu dem qualitativen Bestreben haben wir uns folgendes überlegt: Bis 2025 möchten wir ein gut funktionierendes und gut genutztes Alumni-Netzwerk etablieren. Wir wollen ein Gleichgewicht zwischen akademisch anspruchsvollen und unterhaltsamen Networking Events erreichen. 

All’ die von uns in den zwei Tagen behandelten Themen lassen sich kurz auf folgende Bereiche zusammenfassen: Änderungen im Verein, IT, Kooperationen, Corporate Governance, Alumni, Events und Außendarstellung und Vorstandsinterna.

Natürlich lassen sich nicht alle Diskussionspunkte in einem solchen Bericht darstellen und ausführen. Dennoch wollten wir euch, unseren Mitgliedern, einen kleinen Einblick ermöglichen und zeigen, womit wir uns aktuell beschäftigen und an welchen Baustellen wir arbeiten. Wenn ihr dazu Anregungen, neue Ideen oder Fragen habt, zögert nicht, auf uns zuzukommen. Von euren Einfällen und Engagement lebt das IRM network und wir laden jeden gern dazu ein, die Zukunft des Vereins mitzugestalten. 

IRM network – Building bridges, shaping the future. 



Autorin: Laura Sophie Ritter, zum Strategie-Wochenende des Vorstandes im Oktober 2019