Alumni Florian berichtet von seinem Leben nach IRM

Liebe IRMs,

ich habe mich sehr über die Anfrage des IRM network Vorstands gefreut, einen Einblick in meinen post-IRM Werdegang zu geben. Gleichzeitig wurde mir aber dadurch bewusst, wie schnell die Zeit in Regensburg vergangen ist und mit wie vielen positiven Gedanken ich auf das Bachelorstudium zurückblicke. Allen, die noch in Regensburg sind, wünsche ich daher gleich mal vorneweg, dass sie diese fantastische Stadt, die familiäre Atmosphäre der OTH und die tollen Freundschaften so gut es geht auskosten. Neben vielem Fachlichen zählen diese Erinnerungen für mich zu den schönsten aus den 4 Jahren IRM.


Florian absolviert derzeit ein Traineeship bei der Europäischen Kommission.

Ich habe 2014 angefangen in Regensburg zu studieren und nach acht Semestern meine Bachelorarbeit abgegeben. Schon während des letzten Semesters machte ich mir einige Gedanken über meine Zukunftspläne und war ob der sich bietenden Möglichkeiten ziemlich überfordert eine Entscheidung zu treffen. Mir wurde dann aber klar, dass ich eigentlich direkt einen Master anschließen möchte, bevorzugt im Bereich der Politikwissenschaft mit internationalem Ansatz aber dennoch vielfältig. Vielleicht können sich einige von Euch mit dieser Ausgangssituation identifizieren.

In meinem Fall lief es auf einen einjährigen Master in Public Policy am King’s College London hinaus. Eine mir neue Stadt, verbunden mit einem kosmopolitischen Umfeld und einem thematisch spannenden Studium, das waren für mich gute Argumente für diesen Schritt. Die Bewerbung für den Studiengang habe ich als aufwändig in Erinnerung, jedoch gab es an keiner Stelle Zweifel daran, dass das IRM Studium sich nicht auch für einen Politikmaster an einer überregional bekannten Universität eignet. Der Master selbst bestand dann aus verschieden kombinierbaren Modulen aus unterschiedlichen Politikbereichen, wobei ich mich letztlich dafür entschied, mein Profil auch um quantitative sozialwissenschaftliche Methoden zu erweitern. Den eher geringen statistischen Anteil im IRM Studium konnte ich mit einer gewissen Tech-Affinität gut ausgleichen, sodass ich nie den Eindruck hatte, mich in diesem Bereich hinter Absolventen von renommierten BSc Programmen verstecken zu müssen.  So auch in meiner Masterarbeit, die sich um die Vorhersage von Wahlergebnissen basierend auf Google Suchanfragen drehte. Diese quantitativen Analysen haben in mir großes Interesse geweckt. Momentan spiele ich deshalb mit dem Gedanken, ab nächstem Jahr noch einen zweiten Master mit statistischem Fokus dranzuhängen.

Das einjährige, sehr intensive Masterstudium bringt es mit sich, dass man sich unversehens schnell wieder auf dem Arbeitsmarkt befindet. Um den Beginn des Berufslebens aber wenigstens noch ein bisschen hinauszuzögern, bewarb ich mich für verschiedene Traineeprogramme rund um das breite Feld der internationalen Politik. Inzwischen bin ich in einem Wie-für-IRM-gemacht Traineeship im Bereich der Humanitären Hilfe bei der Europäischen Kommission in Brüssel gelandet. Dort gibt es, durchaus vergleichbar mit den Globe Übungen, ein Koordinationszentrum für humanitäre Krisen sowie einige Spezialisten für verschiedene Krisenregionen dieser Welt. Ich arbeite in einem Team, das analysiert, wie die Gelder möglichst effizient dort ankommen wo sie dringend gebraucht werden. Die Erfahrungen im Umgang mit hierarchischen Entscheidungsprozessen und der Analyse von Metadaten aus verschiedenen Datenbanken zahlt sich dabei für mich aus, und schlägt eine tolle Brücke zwischen Master und Bachelorstudium. Gleichzeitig bietet sich in Brüssel die Gelegenheit, tief in interkulturelle Begegnungen einzutauchen und um endlich mal wieder ein bisschen Französisch zu sprechen. Wie es nach dem Traineeship weitergeht, weiß ich noch nicht. Aber langfristige Pläne haben sich in meiner Erfahrung eh selten erfüllt, deswegen vertraue ich auch dieses Mal darauf, dass sich unverhofft eine Möglichkeit ergeben wird.

Das Spannende am IRM Studium sind meiner Meinung nach auch die höchst individuellen Lebensläufe, die es nach sich zieht. Deswegen will ich meinen Werdegang nicht als Grundlage für Ratschläge in Sachen Lebensführung darstellen. Rückblickend auf IRM kann ich sagen, dass sich die Interdisziplinarität im Bachelorstudium in meinem Fall sehr gelohnt hat. Ich profitiere momentan stark vom breiten Ansatz des Studiums mit den verschiedenen Fachrichtungen, Übungen und Exkursionen. Falls jemand das gar nicht glauben kann oder sonst noch mehr Details wissen will zu meinem bisherigen Leben nach IRM, schreibt mir gern! Hoffentlich sehen wir uns aber sowieso bald in Regensburg wieder.

Herzliche Grüße

Florian

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.